Allgemein · Trainingsläufe

Erst Frost, dann Frust

Der erste Urlaub in 2017 stand dieses Jahr recht frühzeitig an, nämlich bereits Anfang Februar. Es gibt bestimmt schönere Monate dafür, aber der Kalender gibt nun mal nicht genug Tage her, das alle Mitarbeiter ausschließlich von April-September ihren kompletten Anspruch geltend machen können.

So hatte ich mich bereits im Dezember nach einer interessanten Veranstaltung außerhalb Berlins umgeschaut. Meine Wahl fiel recht flott auf den 15.Frostwiesenlauf in Burg (Spreewald). Erstmal passte die angebotene Strecke von 30km sehr gut in mein Vorbereitungsprogramm, außerdem musste ich zu meiner Schande mir eingestehen, das ich trotz der geographischen Nähe, noch nie im Spreewald war. Klar, paar mal in Cottbus im Fußball, aber das war es dann auch schon. Also buchte ich nicht nur die Teilnahme an dem Lauf, sondern auch noch gleich eine Unterkunft für die Tage von Freitag bis Montag dazu.

Als ich diese am Freitag Nachmittag erreichte, innerlich noch mit den Resten der Grippe ausgestattet (natürlich im Urlaub, wann auch sonst), erwies sich meine Wahl schon mal als Volltreffer. Meine Bleibe befand sich auf dem Grundstück eines spreewaldtypischen Gehöfts, welches vor 5 Jahren modernisiert wurde, ohne dabei ihre Natürlichkeit zu verlieren. Etwas abgelegen in Schmogrow, nahe dem Spreeradweg, 3km bis zum Ortskern von Burg. Für die etwas wärmere Jahreszeit kann das Grundstück noch mit einem direkten Wasserzugang aufwarten, was in mir schon wieder Ideen mit dem SUP-Board aufkommen ließ.

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Ferienanlage…
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…mit direkten Wasserzugang

Die inneren Räumlichkeiten waren sehr gemütlich eingerichtet und ließen die kalten Außentemperaturen vergessen. Weitere Details erspare ich Euch hier jetzt, aber erlaube mir mal, einen Link zur Homepage zu hinterlassen. Quasi als kleines Dankeschön für den netten Aufenthalt: Fewo Schulz (Weltklasse übrigens auch der Zirkuswagen).

Nur noch leicht verschupft, erfolgte am Samstag in der Frühe ein letzter Testlauf über 7km. Der Körper gab das o.k., zumindest für ein moderates Tempo. Mehr war sowieso nicht angedacht, ich sah die Veranstaltung als reinen Trainingslauf in angenehmer Umgebung an. Da der Frostwiesenlauf eh ohne Zeitmessung stattfindet, konnte ich also auch nicht in Versuchung kommen, meine Einstellung dazu während des Laufes zu ändern. Dazu neige ich ja gelegentlich, das es dann doch schneller wird als vorgenommen.

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Testlauf am Bismarckturm

Anschließend machte ich mich mit dem Rad (man beachte die dezente Farbe) auf den Weg zur Startnummernausgabe. Dies machte ich diesmal zur Sicherheit am Tag vorher, da bereits über 1000 Voranmeldungen gelistet waren. Außerdem konnte ich so schon mal gucken, wie ich am günstigsten am nächsten Morgen zum Start/Ziel am Landhotel Burg kommen würde, wo auch die Ausgabe stattfand.

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Mit dem feuerroten Spielmobil die Startnummer abgeholt

Das Wetter wurde jedenfalls dem Namen des Laufes gerecht. Minus 3 Grad zeigte das Thermometer, als ich Sonntagmorgen, etwa 1 Stunde vor dem Start, am Landhotel Burg ankam. Leider fehlte die Sonne zum vollendeten Glück. Dies tat der Stimmung jedoch kein Abbruch, zumal alles vor Ort sehr gut organisiert war. Meine Umkleidemöglichkeit befand sich in der Feuerwache, was für die nächsten 3 Stunden der letzte warme Aufenthaltsort sein sollte. Am Start herrschte bereits ein reges Treiben…

Das Teilnehmerfeld zerteilte sich zu meiner Überraschung recht schnell, da hatte ich mit mehr Gedränge gerechnet und auch vorher drüber gelesen. Ebenfalls überraschend war für mich, das ich nach 5km immer noch auch Pflaster lief. Ich hatte mit überwiegend Weg und Acker gerechnet, und mich daher für meine leichten Trailschuhe von Asics entschieden. Da mir aus Erfahrung bewusst war, das ich damit niemals problemlos 30km auf Asphalt laufen könnte, orientierte ich mich schon extra teilweise an den Straßenrand um dies möglichst zu umgehen. Die gleiche Entscheidung traf ich auf dem wohl schönsten Teilabschnitt der Strecke, die 2km auf dem Deich an der Hauptspree. Statt unten auf dem harten Stein, lief ich lieber oben. Die gefrorene Wiese war zwar nur unwesentlich weicher, aber mir trotzdem in dem Schuh viel angenehmer. Außerdem war es, trotz eisigen Gegenwindes, auch von der Aussicht genussvoller. Ick fand es jedenfalls jut…

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KM 5-7, an der Hauptspree

Kurz danach kam auch der erste Verpflegungspunkt. Ich hatte ja vorher gelesen, das diese hier gut ausgestattet sein sollen. Und da wurde auch nicht Zuviel versprochen. Mitten in der Prärie gab es Glühwein, Tee, Cola, Bananen, Rosinen, Brezeln, Müsliriegel, Nüsse, Pfannkuchen, Schokolade und noch einige nützlich Leckereien. Das ist bei Läufen über diese Distanzen wohl nicht unbedingt üblich. Das Angebot gab es auch nicht nur an diesem Zwischenhalt, sondern auch an allen Weiteren. Dafür ein großes Kompliment und Dank an Veranstalter und die vielen Helfer. Ein klasse Service !

Kilometer für Kilometer verging zunächst wie im Fluge. Nachdem die erste Runde gemeinsam mit den 10km-Startern gelaufen wurde, erfolgte die zweite Runde auf dem Kurs der 20km-Teilnehmer. Dort wurde dann zu meiner Freude zwischenzeitlich auch der Anteil abseits asphaltierter Straßen größer. Trotzdem verspürte ich ab 20km bereits einen leichten Schmerz im linken äußeren Fuß, der jedoch bis zum Ende des Rennens nicht größer wurde, auf den traillastigen Abschnitten eigentlich gar nicht vorhanden. Mehr zu schaffen machten mir inzwischen eher die Nachwirkungen der Grippe. Der Kräfteverschleiß war merklich höher als sonst. Dennoch konnte ich mich durchbeißen und die anvisierte Pace von 5:30min/km in etwa halten. Die HF blieb ebenfalls bei 80-82%.

An den restlichen Verpflegungspunkten gönnte ich mir, wie schon an den Vorherigen, ausgiebige Pausen um den Speicher aufzufüllen. Dies war für mich auch eine neue Erfahrung, da ich sonst zur Aufnahme von Flüssigkeit oder Nahrung noch nie stehen geblieben war. Im Hinblick auf die 71km beim Mauerweglauf, wo dies jedoch unbedingt nötig sein wird, war es eine willkommene Bereicherung.

Zusammengerechnet erreichte ich dann die 30km-Ziellinie in 2:50:19 (5:41min/km). Das ist etwa 20 Sekunden pro Kilometer langsamer als das von mir für dieses Jahr anvisierte Marathontempo.

War also ein guter Vorbereitungslauf, den ich eigentlich als Erfolg verbuchen könnte. Aber leider blieb ein bitter Beigeschmack. Als ich mit dem Fahrrad wieder an der Unterkunft angekommen war, konnte ich beim Absteigen zunächst kaum auftreten. Nachdem ich die Schuhe ausgezogen hatte war es wieder besser. So genoss ich den Abend noch in der gemütlichen Unterkunft und fand endlich mal Ruhe und Zeit um ein, von Muddern zu Weihnachten, erhaltenes Buch zu lesen.

 

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Entspannter Abend

Am nächsten Tag stand zum Abschluss noch ein Tag in der Spreewaldtherme an. Der Weg dorthin erwies sich jedoch als eine einzige Quälerei. In der Unterkunft war ich barfuß oder in Badelatschen. Da war alles in Ordnung mit dem Fuß. Sobald ich jedoch einen Schuh anzog, konnte ich vor Schmerz nicht mehr auftreten und bei jedem Schritt durchzog ein stechen meinen linken äußeren Fuß. So entschloss ich mich, nach der Therme mit Badelatschen nach Berlin zu fahren. Das sorgte natürlich für einige verwunderte Blicke in Bus und Bahn, aber ich konnte zumindest auftreten.

Inzwischen sind nun 3 Tage um, und die Symptome sind immer noch die gleichen. Barfuß alles gut, in Latschen auch. Zieh ich einen Schuh an, egal welchen, schaffe ich es kaum bis zum Bäcker. Also ist erstmal leider ein paar Tage Laufpause angesagt, was mich ein bisschen frustet, da ich ja noch ein paar Tage Urlaub hab und das Wetter grad wärmer wird. Fahrrad fällt auch aus, da ich gestern festgestellt habe, das es mir irgendwann in den letzten 10 Tagen jemand aus dem gemeinschaftlichen Fahrradkeller geklaut hat.

Über die Ursachen der Schmerzen lässt sich natürlich spekulieren. Am wahrscheinlichsten ist wohl, das Fuß, Schuh, Distanz und Untergrund nicht zusammengepasst haben. Aber wie auch immer, lässt sich ja nicht ändern. Bin ja bisher immer von Verletzungen verschont geblieben.

Bis denne, Jenne

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Ein Kommentar zu „Erst Frost, dann Frust

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