Allgemein · Wettkämpfe

Hella Marathon-Nacht Rostock 2016

Wie in meinen letztwöchigen Post angekündigt , nach der CityNight in Berlin, stand am vergangenen Wochenende die Teilnahme an der Hella Marathon-Nacht in Rostock an.

Bereits am Mittwoch um 23Uhr machte ich mich aber erstmal auf den Weg zum Fußball nach Kopenhagen, wo am darauffolgenden Abend mein Verein, die Hertha aus Berlin, den Einzug in die nächste Runde der Europa-League machen wollte. Es blieb aber mal wieder beim wollen, obwohl selbst dies nicht wirklich erkennbar war.

In der Frühe angekommen, verbrachte ich dort den Tag bei herrlichsten Wetter in der Fußgängerzone Strøget und endete nach dem Spiel noch im Pub um 2 Uhr Nachts. Da mir vorher bereits bewusst war, das ich den Tag in Kopenhagen dem Alkohol nicht ganz abgeneigt sein würde, hatte ich bereits vor Fahrtantritt meine ursprünglich gesteckten Ziele für den am Samstag um 20 Uhr stattfindenen Halbmarathon weit zurückgesteckt.

Um 8:30 Uhr ging es Freitag, nach Übernachtung im Hostel, dann für unschlagbare 9€ mit dem Bus weiter nach Rostock, davon 2 Stunden an Deck der Fähre Gedser-Rostock. Begleitet wurde ich noch von einem Freund, der in weiblicher Begleitung, das Wochenende ebenfalls an der Ostsee verbringen wollte. Die Überfahrt war daher sehr kurzweilig, zumal auch das Wetter noch mitspielte.

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Ankunft Seehafen Rostock
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Ankunft Seehafen Rostock

Gegen 14 Uhr erreichte ich meine Unterkunft für die nächsten 2 Nächte. Nach kurzen einchecken und auspacken, ging es erstmal schnell ins 20 Minuten entfernte Warnemünde, wo ich den Appetit auf Fisch genüge tat.

Da die Startnummernausgabe auch bereits am selbigen Abend bis 20Uhr möglich war, fuhr ich noch zum Rathaus Rostock am Neuen Markt.

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Rathaus Rostock

Dort waren bereits die Aufbauarbeiten für den folgenden Abend in vollem Gange. Auf der Bühne spielte bereits eine Liveband recht rockige Töne und die Nebelmaschine wurde getestet. Man konnte schon erahnen, welche Atmosphäre hier beim Zieleinlauf in der Dunkelheit sein könnte.

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Ort des späteren Ziels, am Neuen Markt

 

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Start am Neuen Markt

Gut ausgeschlafen und mit üppigen Frühstück startete der Tag der Veranstaltung. Die Vorfreude war groß, obwohl ich mich nicht wirklich in absoluter top Verfassung fühlte, was nach den letzten 60 Stunden auf Achse auch kein Wunder war.

Inclusive Mittagsschläfchen am Strand von Warnemünde, verging die Zeit vor dem Wettkampf wie im Fluge.

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Strand Warnemünde
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Wettkampfvorbereitung

Der Start für die Halbmarathonis war, im Gegensatz zu Schülerlauf, 7km-Lauf und Marathon nicht im Zielbereich am Neuen Markt geplant, sondern am Warnowtunnel. Dorthin konnte man individuell anreisen, oder mit eine der vom Organisator angebotenen Fähren am Stadthafen, 600m entfernt des späteren Zieles.

Ich hatte mich bereits frühzeitig für die Fähre entschieden, welche um 17:45Uhr, 18 Uhr und 18:15Uhr für Halbmarathon- und Staffelläufer angebotenen wurde. Für Nachzügler stand noch ein „Notbus“ zur Verfügung. So konnte ich schon ein bißchen Stimmung im Zielbereich erhaschen, wo sich grad die Marathonläufer bereit machten, und hatte zusätzlich noch eine nette 50-minütige gemeinschaftliche Anfahrt mit den anderen Teilnehmern.

Am Warnowtunnel angekommen, herrschte bereits ein reges Treiben und Moderator und Musik heizten den Läufern ein. Über 1000 Teilnehmer hatten sich für die 21,095km angemeldet. Während sich jeder auf den Lauf vorbereitete, durchquerten die Menge bereits die Staffelläufer und die ersten Marathonläufer, welche mit viel Applaus bedacht wurden, der aber steigerungsfähig gewesen wäre.

Inzwischen fühlte ich mich auch wesentlich fitter, zumindest gaukelte mir das mein Adrenalin vor. Um 19:55 Uhr, nach etwas anschwitzen, war es soweit und der Start erfolgte pünktlich.

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Kurz vor dem Start

Bei bestem Laufwetter ging es sofort das erste mal in den Tunnel. Zu meiner Überraschung sofort mit einem langgezogenen Anstieg. Ich hatte ursprünglich eigentlich eine fast durchgehend flache Strecke erwartet. Aber was soll es, dachte ich mir, und meisterte die Steigung trotzdem in meiner geplanten Pace von durchschnittlich 5min/km. Die würden nämlich für meine 1,5 Jahre alte persönliche HM-Bestzeit von 1:47:12 reichen, aufgestellt beim Berlin-Halbmarathon im April 2015. Zwischendurch waren 3 Versuche gescheitert, davon 2 recht deutlich und einer um 4 Sekunden.

Ich hatte dann erstaunlich schnell einen guten Rhythmus gefunden. Die ersten Kilometer, durch den IGA-Park, vergingen flott, ohne das ich nach der Zeit auf die Uhr schaute. Ich fühlte mich einfach in dem gelaufenden Tempo gut, und vertaute darauf.

Bei 6km wurde ich dann doch neugierig. 4:47min/km im Durchschnitt. Eigentlich klar zu schnell, dachte ich mir. Aber ich wußte ja, das es gleich noch den Tunnel mit -7% Gefälle wieder runter gehen würde, welchen ich ja jetzt bereits vom Hinweg als Steigung kannte. Bis dahin so weiter und dann einen kleinen Vorsprung hinauslaufen.

Der Plan ging auf und ich absolvierte Kilometer 8 in unter 4 Minuten, was mir erstmal ein Polster verschaffte. Danach den Rhythmus wieder finden und solange wie möglich halten. Im Schlepptau von 1 Dame und 1 Herren von Adidas Runners Berlin. Sie liefen ein für mich gutes Tempo und ich blieb dran. So zog es sich die nächsten Streckenabschnitte, wo in der untergehenden Sonne immer wieder gute Stimmung am Streckenrand herrschte. Die Verpflegungspunkte waren ebenfalls gut gewählt. Klasse Organisation !

Inzwischen ging es entlang der Warnow, eine tolle Route.

Route
Streckenplan

Bei Kilometer 15 fühlte ich mich immer noch gut. Tempo lag durchschnittlich immer noch bei 4:47min/km. Also klar unter angedachter und erhoffter Zeit. Trotz des guten Gefühls machten sich einige Zweifel breit, ob ich dies so halten könnte. Grund dafür war nicht die momentane Verfassung, sondern das ich die gleiche Pace schon mal beim MercedesBenz-Halbmarathon in Berlin bis 18km gehalten hatte und dann gnadenlos eingebrochen bin.

Aber der Biss und Wille war jetzt zu groß.  Jetzt willste alles, dachte ich mir. Die beiden Adidas Runners wurden langsamer und ich suchte mir neue Fixpunkte. Ransaugen und mitgehen. Läufer um Läufer konnte ich so überholen, da sie dem Tempo Tribut zollen mußten. Besonders bei kleineren Steigungen konnte ich Meter gut machen.

Inzwischen war schon die Altstadt in Sicht und damit das Ziel nicht mehr weit entfernt. Die Uhr mied ich inzwischen. Ich wußte das ich gut unterwegs war und orientierte mich nur noch an den Kilometerschildern. Das bei 18km übersah ich vollkommen und mußte den Nebenmann erstmal fragen wo wir sind. Kaum ausgesprochen, kam schon das Schild für die 19er-Marke. Super, nur noch 2, das schaffste. Einfach halten ! Und selbst bei kleinen Einbruch, das sollte für neue Bestzeit diesmal reichen.

Bei Kilometer 20 ging es nochmal um die Ecke und ich wurde ich der Euphorie gebremst. Hallo ? Wat ist das ? Nochmal eine lange nicht unwesentliche Steigung. Nöööö, oder ? Aber ich riß mich zusammen und wollte da hoch, egal wie. Ich beschleunigte sogar nochmal und bewältigte die 5,5% Steigung in unter 4:30min/km. Alles angetrieben von den Zuschauern an der Seite, die jeden Läufer dort hochpeitschten. Oben angekommen war ich zunächst platt. Der Marathon-Sieger gab später auf der Bühne zu, das er die Steigung teilweise hoch gegangen ist, was mich im nachhinein etwas stolz machte, auch wenn ich nur die halbe Distanz in den Beinen hatte.

Nochmal den inneren Schweinehund überwunden gings in die enge Fußgängerzone der Altstadt. Tolle Atmosphäre, die ihren Höhepunkt auf dem beleuchteten Neuen Markt fand, und mich ins Ziel begleitete. Die Uhr am Einlauf zeigte 1:43:…. Oha, wirklich. Da gehen ja noch evtl. paar Sekunden runter, da ich ja von weiter hinten gestartet, und es nur die Bruttozeit ist. Und Tatsache:

1:42:46

Fast 4,5 Minuten schneller als die alte persönliche Bestleistung. Wahnsinn !

19. Platz (von 76) in meiner Altersklasse (M45) und 151.Gesamtplatz, von 985 Läufern, die beim Halbmarathon ins Ziel kamen.

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Urkunde und Medaille
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Ick, stolz wie Bolle

Im Zielbereich wartete bereits mein Freund mit seiner weiblichen Begleitung, die sich netterweise angekündigt hatten und auch gekommen waren. Danke !

Dort vor Ort war auch alles gut organisiert. Ausreichend Getränke, schnelle Chipabgabe, hervorragende schnelle Kleiderausgabe (wurde vom Warnowtunnel mit LKW transportiert). Selbst der Urkundenausdruck, für 1€ im Rathaus, ging ohne Anstehen.

Außerdem konnte die Veranstaltung noch weitere Rekorde vermelden: Rekordjagd-bei-der-14.-Marathon-Nacht

Stolz wie Bolle, genoß ich bei gut gefüllten Platz, Siegerehrungen und Livemusik noch ne Weile das eine oder andere verdiente Bierchen, bevor ich mich um Mitternacht in Richtung Unterkunft begab und dort mehr als glücklich und erschöpft einschlief.

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Nach dem Rennen

Den abschließenden Sonntag ließ ich dann bis Abends noch in Warnemünde und Diedrichshagen ausklingen. Eine tolle Tour mit dem Höhepunkt der Teilnahme bei der 14 Hella Marathon-Nacht Rostock.

Besten Dank an alle Beteiligten, die mir die 4 Tage in guter Erinnerung erst ermöglichten.

Nun heißt es weiter in Richtung erster Marathon, am 25.9. in Berlin.

Bis denne, Jenne

 

Seit kurzem bin ich auch mit meiner Seite über Facebook erreichbar. Lasst doch einen Like da, da gibt es ab und zu auch Infos und Bilder, wo ich keinen Blogpost erstelle.

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6 Kommentare zu „Hella Marathon-Nacht Rostock 2016

  1. Pingback: 2016 ist gelaufen

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