Wettkämpfe

Airport Night Run 2016 – Knapp daneben ist auch vorbei

Zuerst einmal möchte ich mich beim Veranstalter für dieses großartige Ereignis bedanken, sowie an die Helfer, die großartige Arbeit ablieferten. Die Stimmung, die von den Zuschauern, der Musik, Trommlern, Streckenposten und Nebelmaschinen ausgingen war grandios. Die eintretende Dämmerung, der Sonnenuntergang, sowie die Lichter des BER, taten ihr Übriges für eine sagenhafte Atmosphäre.

Natürlich könnte man einiges an der An- und Abreise verbessern. Aber da hab ich schon schlimmeres Chaos bei Großveranstaltungen anderer Art erlebt. Ein paar Einweiser im Parkhaus, sowie bessere Ausschilderung zu den Shuttlebussen am Flughafen Schönefeld, hätten die Probleme jedoch erheblich verkleinert.

Das sonst übliche ewig lange Anstehen an der Kleiderabgabe und den Toilettenhäuschen, blieb überraschenderweise auch aus, da hatte man gute Arbeit geleistet.

Wie so meist, war ich mal wieder frühzeitig vor Ort und hatte noch über 2 Stunden bis zum Start. Die große Masse war noch nicht vor Ort und alles noch recht überschaulich. Also nutzte ich noch die Zeit um das schöne Wetter zu genießen und mich ein bißchen umzuschauen. Auf die angebotene Führung, durch den neuen Terminal des BER, verzichte ich jedoch.

Etwas über eine Stunde vor dem Start zog ich es dann vor, mich schon mal in den extra aufgestellten Zelten umzukleiden, bevor der große Ansturm losgeht. Duschen standen hier übrigens ebenfalls zur Verfügung, was ja auch nicht selbstverständlich bei anderen Laufveranstaltungen ist. Dort traf ich dann durch Zufall auf Michelle und Tobias, aus der Google+ „Running/Laufen“-Community. Nette Leute, hat mich gefreut. An der Stelle auch Glückwunsch zu Eurer abgelieferten Leistung. Ein paar Worte gewechselt, Erwartungen und Ziele ausgetauscht und ab zur Kleiderabgabe, solange noch alles flott ging.

Hier und da noch ein bißchen Smalltalk mit bekannten Gesichtern gehalten und wie erwartet füllte sich der Vorplatz des Terminals so langsam.

Noch 30min bis zum Start. Da das kollektive moderierte Warmmachprogramm nun wirklich zu den Sachen zählt, die ich nicht wirklich erlebt haben muß, zog ich es vor mich etwas Abseits warm zu machen. 10 Minuten Einlaufen, ein paar Sprints an Steigung, und ich war auf Betriebstemperatur. Natürlich noch fremde Menschen zwecks Erinnerungsfoto belästigt, das ja erfahrungsgemäß hinterher der Akku vom Handy leer ist.

20160409_184649

 

Heiß wie Frittenfett machte ich mich auf in den Startbereich, wo ebenfalls alles gut organisiert war, und kein Gedränge bei der Zuteilung der Startblöcke herrschte. Ich hatte mich der persönlichen Bestzeit angemeldet und kam in die 2. Gruppe (B2).

Guter Dinge ging ich die Sache an. Ich hatte ausreichend trainiert und fühlte mich fit. Schließlich hatte ich ne neue Bestzeit mir vorgenommen und auch angekündigt. Nachdem ich beim letzten Halbmarathon (Mercedes Benz) im August, recht schnell angegangen war, bis KM 17 total auf Bestzeit lag, dann jedoch total kräftemäßig einbrach, wollte ich es diesmal etwas lockerer mit um die 5:10km/min angehen lassen und dann später zulegen.

Vor mir lagen 2 Runden zu jeweils 10km, in der ersten Runde noch zusätzlich eine Schleife. Insgesamt waren 6.285 Läuferinnen und Läufer beim diesjährigen Airport Night Run am Start. Davon liefen 1.407 den Halbmarathon, 4.362 den 10-Kilometer-Lauf und 516 die 4×4-Kilometer-Staffel. Die Strecke führte in den Abendstunden vom Start-Ziel-Bereich unter dem Terminaldach auf der Vorfahrt über die beleuchtete südliche Start- und Landebahn und einmal um das gesamte Terminal des BER. Der Startschuss zum zehnten Lauf am BER, und davon zum vierten Mal als Night Run, fiel um 19 Uhr für den Halbmarathon und um 19:30 Uhr für die anderen Distanzen. Man traf sich dann aber noch teilweise auf der zweiten Runde.

Bei einer Verengung, nach etwa 700m, staute sich das Feld leider etwas, was kurz den Laufrhythmus unterbrach und einige Sekunden kostete. Kurz danach ging es aber zügig weiter. Auf der Strecke blieb der befürchtete Wind aus, wie ich es von Trainingsläufen auf dem Flughafen Tempelhof kannte. Das überraschte mich etwas, die leichte Laufjacke stellte sich daher als überflüssig heraus.

Ich fand mein Tempo, fühlte mich gut, und über der Start- und Landebahn brach der Sonnenuntergang und die Dunkelheit herein, und die Lichter gingen an. Eine atemberaubene Atmosphäre, welche bei etwa KM 8 und 16 noch durch fette Bässe und Nebelmaschine gepusht wurde.

Foto-Quelle: BZ-Berlin, RBB-online, t-online, sowie Erik Herbst

Das Rennen lief gut, ich hielt konstant das Tempo und fühlte mich bereit jederzeit noch was draufpacken zu können, falls nötig. Ein Blick auf die Strava-App 5km vor dem Ziel, zeigte mir, das ich klar auf Bestzeit lag. Obwohl mir die Ungenauigkeit dieser Apps jedoch bekannt ist, und ich noch immer keine Laufuhr mir zugelegt hab, entschied ich mein Tempo weiter beizubehalten. Da der 1:45:00-Pacer, mit seiner Fahne, ebenfalls noch in entfernter Sichtweite war, bestätigte mich das zusätzlich in meiner Entscheidung.

In dem Glauben, das nichts mehr passieren könnte, brachte ich im gleichen Tempo den Lauf nachhause, genoß auf der Zielgraden noch den Einlauf durch das applaudierende Publikum und trudelte locker durch das Zieltor.

Dort überraschte mich schon zunächst die Anzeige der Bruttozeit. Die lag 1min hinter meiner Anzeige auf der App. Zur Erklärung für Nichtläufer: Da ja die Zeit auf der Streckenuhr gestartet wird, wenn die erste Startreihe los läuft, aber man natürlich aus den hinteren Reihen diese erst später überquert, gibs ne Brutto- und Nettozeit. Die Nettozeit misst dann erst ab dem wirklichen überqueren der Startlinie, anhand eines Lauf-Chips am Fuß oder in der Startnummer.

So war mir schon klar, das es eng mit der neuen Bestzeit werden würde. Ein Blick auf die Ergebnisse im Internet bestätigte dies. Zu meinem Ärgernis lag ich 4 Sekunden über meiner Bestzeit vom Berlin-Halbmarathon 2015. Läppische 4 Sekunden, auf einer Distanz von 21km. Besonders dumm, wenn man noch Reserven hatte und diese nicht nutzt. Tja, wieder mal dazugelernt. Das wird nicht mehr vorkommen. In Zukunft wird bis zum Anschlag durchgezogen und auch demnächst ne vernünftige Laufuhr angeschafft.

Unter dem Strich stand also eine 1:47:16. Das bedeutet in meiner Altersklasse den 43.Platz und insgesamt Platz 369, von wie gesagt 1407 Finishern im Halbmarathon.

Urkunde Airport Night Run 201620160410_090915

Der nächste Lauf steigt dann am 24.4. beim RBB-Drittelmarathon an der Glienicker Brücke, wo ich bereits zum dritten mal teilnehme. Meine Bestzeit liegt da bei 1:05:56 über 14km. Werde das dort aber nur als Trainingslauf nutzen und mir nichts zeitlich vornehmen.

In 4 Wochen steigt schließlich mein persönliches Hightlight des Jahres, neben dem Berlin-Marathon. Am 8.Mai heißt es Halbmarathon in Kühlungsborn. Da wird wieder zum Angriff geblasen auf die diesmal verpasste Zeit.

Habt noch nen schönen Tag…

Bis denne,  Jenne

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8 Kommentare zu „Airport Night Run 2016 – Knapp daneben ist auch vorbei

    1. Danke schön. Ja, war wirklich ein hoher Spaßfaktor. Die Atmosphäre durch den neuen Terminal und den Lichtern auf der Landebahn hatte schon was. Beim Kühlungsborn-HM gibs dann wieder mehr Natur für die smogerprobte Lunge

      Gefällt 1 Person

  1. Hach ja, der Airport Run. Der Lauf, der sich auch bei mir immer für Bestzeiten anschickt. Leider konnte ich diesjahr zum ersten Mal seit vier Jahren nicht dran teilnehmen…ich war gerade in Spandau wandern.
    Freut mich, dass du die Atmosphäre so genießen konntest. Ich habe sie über deinen Bericht mitgenossen. 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. Bei 4s sollte deine Bestzeit bald fallen!

    Ich war am Samstag auch beim Airport Run und fand es super. Die Strecke ist m.E. die schnellste und schönste in Berlin. Nur das Verkehrschaos hat meinen Spaß getrübt.

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  3. Pingback: 2016 ist gelaufen

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